Fenstertausch – wann sich die Sanierung lohnt

Neue Fenster haben Ihren Preis. Alte Fenster jedoch auch. Wussten Sie bereits, wieviel wertvolle Energie durch zu alte Fenster verloren geht und dass der Fenstertausch ab einem bestimmten Alter dringend empfohlen und sogar gefördert wird? In unserem Ratgeber finden Sie alle Informationen zum Thema Fenstertausch und erfahren, ob Sie neue Fenster brauchen. Denn immerhin: Heute sind ca. 60% aller Fenstereinheiten sanierungsbedürftig.


WUSSTEN SIE: Fenster vor 1995 bieten viel Einsparpotential

Fenster, die vor 1995 eingebaut worden sind, bergen aufgrund Ihres hohen U-Wertes bei einem Fenstertausch ein sehr hohes Einsparpotential für Heizkosten. Vergleichen Sie die U-Werte verschiedener Fenstertypen und lassen Sie sich von einem Fensterbauer beraten, um jährlich mehrere Hundert Euro an Heizkosten zu sparen.

Die Geschichte des Fensters in Deutschland

Wir kennen sie wahrscheinlich alle noch: die Einscheibenverglasung. Möglicherweise von unseren Eltern oder unseren Großeltern. Und beim Blick in die Fenster unserer Stadt denken wir schnell, dass die Zeit der Einscheibenverglasung längst nicht so lange vorbei sind, wie wir vielleicht annehmen. Wir stellen Ihnen die Geschichte des Fensters in Deutschland vor und zeigen Ihnen, wie die Fensterverglasung im Laufe der Zeit optimiert worden ist.

  • Die Einfachverglasung: Bis 1978 war es völlig normal und legitim nur einfach verglaste Fenster in Wohngebäude einzubauen. Das bedeutet aber auch, dass es heute schlichtweg nicht mehr erlaubt ist, einfachverglaste Fenster einzubauen. Kaum vorstellbar, aber der U-Wert dieser Fenster lag bei 5,2 W/(m²K).

  • Isolierverglasung: Überschnitten hat sich die Einfachverglasung der späten Jahre mit der Isolierverglasung, deren goldene Ära fast 20 Jahre, von 1975 bis 1994, andauerte. Durch zwei Fensterglasscheiben und einer dazwischenliegenden Luftschicht wurde immerhin ein U-Wert von 2,6 W/(m²K) erreicht.

  • Wärmeschutzverglasung: Ab 1995 trat dann die Wärmeschutzverglasung ihren Siegeszug an. Das Besondere an ihr: Zwei Scheiben werden mit einer wärmereflektierenden Schicht und einer Edelgas-Befüllung kombiniert. Eine Technik, die über die Zeit immer weiter perfektioniert wurde. Während die ersten Fenster mit Wärmeschutzverglasung nur einen Wert von 1,7 W/(m²K) erreicht haben, liegt der Wert dank verschiedener Verbesserungen heute bei 1,1 W/(m²K). Während Einfachverglasung und die klassische Isolierverglasung heute nicht mehr genutzt werden, wird der Scheibentyp der Wärmeschutzverglasung heute noch verwendet.

  • Dreifachverglasung: Bei der Dreifachverglasung handelt es sich – wie der Name bereits sagt – um drei Glasscheiben, die jeweils mit Edelgas gefüllte Zwischenräume und zwei wärmereflektierende Schichten besitzen. Heute ganz klar der aktuelle Stand der Technik. In der Regel werden diese Fenster heute bei Niedrigenergiehäusern und Passivhäusern eingesetzt. Aber dank ihres sehr geringen U-Werts von nur 0,7 W/(m²K) werden sie auch gerne bei Altbausanierungen eingesetzt. Und wussten Sie bereits? Der Fenstertausch hin zu dreifachverglasten Fenstern ist förderfähig.

  • Vakuumverglasung: Wir möchten jedoch nicht nur den Blick in die Vergangenheit richten, sondern auch einen kleinen Blick in die Zukunft wagen. Dort steht mit der Vakuumverglasung der nächste Anwärter auf den niedrigsten U-Wert bereit. Es handelt sich um Fensterglasscheiben, bei denen die Edelgasfüllung durch ein Vakuum ersetzt wird. Wir sprechen hier bei einer Zweischeibenverglasung von einem U-Wert von ca. 0,5 W/(m²K).


UNSER TIPP: Förderung für neue Fenster

Sowohl als Einzelmaßnahme als auch bei einer vollständigen Modernisierung haben Sie als Hausbesitzer Anspruch auf eine KfW-Förderung für neue Fenster und Dachfenster. Durch die KfW-Förderung können Sie pro Wohneinheit bis zu 5.000 Euro Zuschuss erhalten. Ihr Fensterbauer wird Sie beim KfW-Antrag und der Auswahl förderungsfähiger Fenster unterstützen.

Das geht verloren: Wärmeverlust durch verschiedene Fenstertypen

Ob ein Fenstertausch Sinn macht, hängt also in erster Linie von den vorhandenen Fensterglastypen und ihrem U-Wert ab. Er gibt an, wieviel Wärmeverlust ein Fensterglas zulässt. Ein geringer U-Wert bedeutet einen geringen Wärmeverlust. Je weniger Scheiben ein Fenster enthält, desto höher (also schlechter) fällt auch der U-Wert aus. Der U-Wert ist also der beste Indikator für einen Fenstertausch. Hier noch einmal alle U-Werte im Überblick:

  • Einfachverglasung bis 1978: U-Wert 5,2 W/(m²K)

  • Isolierglasverglasung bis 1995: U-Wert 2,6 W/(m²K)

  • Wärmeschutzverglasung ab 1995: U-Wert 1,7 W/(m²K) - 1,1 W/(m²K).

  • Dreifachverglasung ab 2000: U-Wert 0,7 W/(m²K)

  • Zukünftige Vakuumverglasung: U-Wert 0,5 W/(m²K)


UNSER TIPP: Kostenloser U-Wert-Check

Sie kennen den U-Wert Ihrer Fenster nicht? Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt bietet Ihnen einen kostenlosen Energie-Check an, der von geprüften Handwerkern und Energieberatern durchgeführt wird.



Oberflächentemperatur auf der Fensterscheibe

Für das Wohlfühlgefühl im Inneren ist damit zusammenhängend auch die gesteigerte Oberflächentemperatur der Scheibe auf der Innenseite des Raumes. Wenn wir davon ausgehen, dass die Außentemperatur -10 Grad Celsius beträgt und die Raumtemperatur bei circa 20 Grad liegt, besitzt die Scheibenoberfläche im Zimmer bei den vorgestellten Fenstertypen diese Temperaturen:

  • Einfachverglasung: Die Oberflächentemperatur beträgt -1 Grad

  • Isolierverglasung: Die Oberflächentemperatur beträgt 10 Grad

  • Wärmeschutzverglasung: Die Oberflächentemperatur beträgt 15 Grad

  • Dreifachverglasung: Die Oberflächentemperatur beträgt 17 Grad

Die niedrigen Oberflächentemperaturen bei Einfachverglasungen und teilweise auch bei Isolierverglasungen sorgen auch für ein eigentlich hübsches Phänomenen, bei dem die Feuchtigkeit in der Raumluft auf der Innenfläche der Fensterscheiben gefriert: Eisblumen. Ein sicheres Zeichen dafür, dass Ihre Fenster nicht mehr den aktuellen Standards entsprechen und es Zeit ist für den Fenstertausch. Denn ganz anders sieht es bei dreifachverglasten Fenstern aus. Bei ihnen liegt die Innentemperatur der Scheibe sehr eng an der Raumlufttemperatur, so dass die die Raumluft nicht gefriert.


WUSSTEN SIE: Soviel Heizkosten können Sie sparen

Die Senkung des U-Werts um nur 0,1 W/(m²K) spart bereits pro Quadratmeter Fensterfläche allein ein Liter Heizöl. Übersetzt bedeutet ein Fenstertausch bei einer Fensterfläche von 20 qm von Isolierverglasung auf Dreifachverglasung eine Einsparung von 380 Litern Heizöl im Jahr, also ca. 350 Euro jährlich.

Indikatoren für den Fenstertausch auf einen Blick

Wann lohnt der Fenstertausch für Sie? Sie haben jetzt einiges über die Geschichte des Fensters in Deutschland erfahren, können Ihre Fenster besser einordnen, wissen über den U-Wert Bescheid und wissen auch, dass Eisblumen alles andere als eine hübsche Dekoration sind. Für Sie lohnt sich der Fenstertausch, wenn einer oder gleich mehrere dieser Indikatoren auf Ihre Fenster zutrifft:

  • Fenster vor 1995: Ihre Fenster wurden vor 1995, also vor dem Zeitalter der Wärmeschutzverglasung, eingesetzt. Stammen Ihre Fenster aus der Zeit vor 1995 müssen Sie davon ausgehen, dass Ihre Fenster über einen U-Wert von mindestens 2,6 W/(m²K) oder höher verfügen und somit sehr viel Wärmeverlust über Ihre Fenster entsteht.

  • U-Wert über 1,9: Seit der Energiesparverordnung von 2009 sind wärmedämmende Fensterverglasungen beim Fenstertausch Pflicht! Fenster gelten als dann wärmedämmend, wenn sie einen U-Wert haben, der 1,9 W/(m²K) nicht übersteigt. Liegt der U-Wert Ihrer Fenster darüber, empfehlen Energieberater dringend einen Fenstertausch.

  • Luftzug & Kondenswasser: Sie spüren einen starken Luftzug im Inneren? Oder bildet sich bei Ihnen außergewöhnlich schnell Kondenswasser an den Scheiben? Und sind Ihnen die Eisblumen am Fensterglas im Winter mehr als vertraut? Dann sollten Sie Ihre Fenster dringend überprüfen lassen. Manchmal reicht es, sie zu sanieren, in der Regel sollten sie aber ausgetauscht werden, insbesondere wenn sie schon älter sind.

  • Schimmelbildung: Obwohl Sie 100% richtig und regelmäßig lüften, bildet sich Schimmel an den Fenstern oder Ihren Wänden? Dann sind Ihre Fenster entweder schlecht isoliert oder ihre Fenster weisen bauliche Mängel auf. In beiden Fällen sollten Sie dringend einen Fensterbauer zu Rate bitten.

  • Hohe Lärmbelästigung: Sie wohnen an einer vielbefahrenen Straße? Eine laute Geräuschkulisse vor der eigenen Haustür ist nicht nur störend, sondern kann auch Stress erzeugen. Daher ist Schallschutz auch bei Fenstern so wichtig. Wir empfehlen bei normalem Straßenlärm herkömmliche Fenster gegen Schallschutzfenster auszutauschen mit denen Sie mindestens Lärm von 40 db draußen halten.

  • Sicherheitsbedenken: In Ihrer Umgebung wird häufig eingebrochen und Ihre Fenster sind nur unzureichend gegen Einbruch geschützt? Wussten Sie bereits, dass sich herkömmliche Fenster häufig innerhalb von neun Sekunden aufbrechen lassen? Bei den leisesten Sicherheitsbedenken sollten Sie daher aufrüsten und zu einem Fenster mit besonderen Sicherheitsbeschlägen greifen. Ihr Fensterbauer berät Sie hierbei gerne.

Dann lohnt sich der Fenstertausch

Generell kann man sagen: dichte und energieeffiziente Fenster machen immer Sinn. Denn Sie gehören zu den großen Schwachstellen im Haus über die durchschnittlich 15% der Energie verloren geht. Kalte Luft dringt in das Haus, während die teuer erzeugte Wärme im Haus nach draußen entflieht. Mit einem Fenstertausch sparen Sie daher doppelt: Sie verringern die Transmissionswärmeverluste und reduzieren den Jahresprimärenergiebedarf.

Treffen die beschriebenen Indikatoren für den Fenstertausch auf Sie zu, sollten Sie nicht länger zögern und einen Fensterbauer um Rat fragen. Er wird Sie nicht nur bei der Bestellung und der Fenstermontage unterstützen, sondern auch Ihnen alle Fragen rund um die richtigen Fenster für Ihre Bedürfnisse beantworten. Probieren Sies es gleich aus und stellen Sie Ihre unverbindliche und kostenlose Angebotsanfrage.